Feldbussysteme
Die moderne Automatisierungstechnik und im speziellen jener Teil eines Automatisierungssystems, welcher in unmittelbarer räumlicher Nähe oder direkter Verbindung zum technischen Prozess steht (der Feldbereich), sind gekennzeichnet durch eine zunehmende Dezentralisierung von Verarbeitungsfunktionen.
Feldbusse stellen die Nervenstränge
moderner Automatisierungstechnik dar. Sie ermöglichen erst die
gezielte Kommunikation der Automatisierungskomponenten
untereinander.
Seit Anfang der 90er Jahre werden zunehmend Bussysteme - und im
speziellen die offenen Feldbussysteme wie Profibus, Interbus und
CAN - verwendet. Sie gelten im Gegensatz zu den herkömmlichen,
konventionellen Techniken als wirtschaftlich interessant.
Feldbusse
sind aber nicht nur wirtschaftlich günstiger als konventionelle
Systeme, sie stellen eine neue Technologie dar, die eine andere
Dimension in der Denkweise für einen Systementwurf zulässt - bis hin
zur dezentralen Lösung.
Datenaustausch
Die verschiedenen Bussysteme nutzen verschiedene Prinzipien des Datenaustauschs.
Schieberegister mit Summenrahmenprotokoll
Der Busmaster sendet in jedem Zyklus die Ausgangsdaten an alle Slaveteilnehmer und bekommt als Antwort die Eingangsdaten aller Slaves zurückgeliefert. Der geringe Datenumfang dieses Verfahrens wird durch eine hohe Protokolleffizienz ausgeglichen. Die Buszykluszeit ist berechenbar.
Master-Slave-Prinzip mit Token Passing
Der Datenverkehr wird vom Master gesteuert. Slaves am Bus antworten
nur auf Anfrage des Masters. Jedem Master steht eine festgelegte Zeit
zur Verfügung, um Daten mit den Slaves auszutauschen. Die
Buszykluszeit ist daher berechenbar.
Sind mehrere Master vorhanden, so
wird das Buszugriffsrecht durch Austausch eines Token geregelt. Der
Master, der den Token erhält, besitzt das alleinige Recht, auf den Bus
zuzugreifen.
Delegated Token
Ein zentraler Busarbiter - gewissermaßen der zuständige Beamte - regelt den Datenverkehr. Er verteilt den Token nach bestimmten Algorithmen an die einzelnen Busteilnehmer. Ist ein Teilnehmer im Besitz des Token, kann er Nachrichten übermitteln. Anschließend gibt er den Token an den Arbiter zurück.
Prioritätsgesteuerter Datenverkehr
Bei diesem Verfahren kann jeder Teilnehmer zu jedem Zeitpunkt Daten
senden. Damit Kollisionen vermieden, bzw. entstandene Kollisionen
aufgelöst werden können, müssen Arbitrierungsmechanismen geschaffen
werden.
So verhindert beispielsweise das CSMA/CA-Verfahren (Carrier
Sense Multiple Access with Collision Avoidance) die Entstehung einer
Kollision durch gleichzeitiges Senden, das CSMA/CD-Verfahren (Carrier
Sense Multiple Access with Collision Detection) löst entstandene
Kollisionen auf.
Auswahl des Bussystems
Die Auswahl des Bussystems hängt sehr stark vom Anwendungsfall
ab. Einzelne Systeme sind auf die Hauptanwendung hin optimiert. Ein
universelles Bussystem kann es daher nicht geben.
Als Hilfestellung
bei der Auswahl können folgende technische Kriterien dienen:
- Verfügbarkeit des Gesamtsystems
- Test- und Inbetriebnahmehilfen
- Diagnosemöglichkeiten
- Sichere Datenübertragung
- Reaktionszeit
- Offenheit des Feldbusses
- Zukunftssicherheit
- Komponenten
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